Havarie

Non-HME – Was bedeutet die Einstufung für unsere Produkte?

Non-HME ist eine international anerkannte Einstufung, die belegt, dass ein Produkt keine Gefahr für die Meeresumwelt darstellt. Was das konkret bedeutet, welche Kriterien dahinterstehen und warum FMO Strasse und FMO Gewässer diese Einstufung erfüllen.

Stark ölverschmutzte Industrie-Rohrleitung und Ventil

Was bedeutet die Einstufung Non-HME?

HME steht für „Harmful to the Marine Environment“ (schädlich für die Meeresumwelt) – eine Einstufung aus dem internationalen Gefahrgutrecht für Stoffe, die beim Transport oder Einsatz ein Risiko für aquatische Ökosysteme darstellen. Erfüllt ein Stoff oder Gemisch die festgelegten Grenzwerte für Toxizität, Abbaubarkeit und Anreicherungspotenzial nicht, gilt er als Non-HME – also als nicht schädlich für die Meeresumwelt. Non-HME ist damit keine eigene „Auszeichnung“, sondern das Ergebnis einer strukturierten Prüfung nach international anerkannten Kriterien.

Wer legt die Non-HME-Kriterien fest?

Die Bewertungsgrundlage bilden mehrere ineinandergreifende Regelwerke: Der IMDG-Code (International Maritime Dangerous Goods Code) regelt den sicheren Seetransport gefährlicher Güter, das MARPOL-Übereinkommen (insbesondere Anlage III) schützt die Meeresumwelt vor Verschmutzung durch Schiffe, und die GESAMP (Joint Group of Experts on the Scientific Aspects of Marine Environmental Protection) erstellt die wissenschaftlichen Gefahrenprofile, auf denen die Einstufung einzelner Stoffe basiert. Die zugrunde liegenden Toxizitätskriterien folgen dem international harmonisierten GHS-System (Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals).

Welche Grenzwerte müssen für eine Non-HME-Einstufung eingehalten werden?

Ausschlaggebend sind vor allem drei Faktoren: Akute aquatische Toxizität – überschreitet die Konzentration, die die Hälfte der Testorganismen schädigt (LC50 bei Fischen, EC50 bei Daphnien), den Wert von 100 mg/l, gilt der Stoff nach GHS als nicht klassifizierungspflichtig gegenüber Wasserorganismen. Bioakkumulation – der Stoff darf sich nicht in Organismen oder der Nahrungskette anreichern. Biologische Abbaubarkeit – der Stoff sollte „leicht biologisch abbaubar“ im Sinne der OECD-Prüfrichtlinie 301 sein, also innerhalb von 28 Tagen zu einem Großteil abgebaut werden. Erst wenn alle drei Kriterien erfüllt sind, kann ein Produkt als Non-HME eingestuft werden.

Erfüllen FMO Strasse und FMO Gewässer die Non-HME-Kriterien?

Ja. FMO Strasse und FMO Gewässer liegen mit einem LC50-Wert (Fischtoxizität) und einem EC50-Wert (Daphnientoxizität) von jeweils über 100 mg/l deutlich unterhalb der Schwelle, ab der eine Gefährdung für Wasserorganismen anzunehmen wäre. Die enthaltenen Tenside sind biologisch abbaubar – der biologische Abbau innerhalb von 28 Tagen ist nachgewiesen – und die Inhaltsstoffe reichern sich nicht in Organismen oder der Nahrungskette an. Damit erfüllen beide Produkte alle drei Kriterien für die Non-HME-Einstufung.

Ist Non-HME dasselbe wie „nicht wassergefährdend“ nach AwSV?

Nein, auch wenn beide Einstufungen in dieselbe Richtung weisen. Die AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) ist deutsches Wasserrecht und bewertet, wie sich ein Stoff auf Grund- und Oberflächengewässer auswirkt. Non-HME stammt dagegen aus dem internationalen Gefahrgut- und Seerecht (IMDG/MARPOL) und bewertet speziell die Gefährdung der Meeresumwelt. FMO Strasse und FMO Gewässer erfüllen beide Einstufungen – sind also sowohl nach deutschem Wasserrecht als „nicht wassergefährdend“ als auch nach internationalem Gefahrgutrecht als „Non-HME“ bewertet.

Warum ist die Non-HME-Einstufung bei der Anwendung an und auf Gewässern besonders wichtig?

Ein Reinigungsmittel, das zur Beseitigung von Ölfilmen auf Gewässern eingesetzt wird, kommt zwangsläufig in direkten Kontakt mit dem aquatischen Ökosystem. Ein Produkt, das selbst eine Gefährdung für Wasserorganismen darstellen würde, wäre für diesen Einsatzzweck ungeeignet – die Behandlung würde neue Umweltschäden verursachen, statt bestehende zu beseitigen. Die Non-HME-Einstufung stellt sicher, dass FMO Gewässer direkt auf Wasseroberflächen eingesetzt werden kann, ohne selbst zur Belastung für Fische, Daphnien oder andere Wasserorganismen zu werden.

Was bedeutet die Non-HME-Einstufung für den praktischen Einsatz?

Für Feuerwehren, Bauhöfe, Wasserwirtschaftsämter und andere Einsatzkräfte bedeutet die Non-HME-Einstufung: FMO Strasse und FMO Gewässer bieten die Voraussetzungen, um auch bei direktem Kontakt mit Oberflächengewässern eingesetzt zu werden – etwa bei der Ölspurbeseitigung an Uferbereichen oder auf Wasserflächen. Die Produkte sind so formuliert, dass sie Wasserorganismen nicht schädigen. Ob im Einzelfall Auflagen oder eine Freigabe erforderlich sind, entscheidet die zuständige Behörde.

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